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Klimawandel betrifft auch Baumartenwahl
Der Klimawandel stellt die 700 000 bayerischen Waldbesitzer vor die zentrale Frage: Welcher Baum wird auch in Zukunft den ökologischen und ökonomischen Herausforderungen am besten gerecht?
Klimawandel betrifft auch Baumartenwahl Drucken E-Mail
Der Klimawandel stellt die 700 000 bayerischen Waldbesitzer vor die zentrale Frage: Welcher Baum wird auch in Zukunft den ökologischen und ökonomischen Herausforderungen am besten gerecht? Um die Waldbauern bei ihrer Wahl zu unterstützen, hat Forstminister Josef Miller die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft beauftragt, die verschiedenen Baumarten kritisch auf ihre klimaverträgliche Anbaueignung zu prüfen.

Fichte und Kiefer werden von den Klimaänderungen am stärksten betroffen sein. Sie kommen nur in feucht-kühlen Regionen gut zurecht. Für den Minister liegt die Zukunft der bayerischen Wälder deshalb in einer gesunden Mischung. Neben heimischen Baumarten wie Buche, Eiche und Tanne können künftig auch Bäume aus anderen Regionen der Welt eine größere Rolle spielen. „Es gibt zwar keinen Superbaum, wohl aber risikoarme und ökonomische Alternativen“, sagte der Minister in Freising bei einer Fachtagung zur Douglasie und ihren Perspektiven.

Bei keiner anderen wirtschaftlich genutzten „Gastbaumart“ verfügt Bayern über eine so umfangreiche Anbauerfahrung wie bei der Douglasie. Für den ursprünglich in Nordamerika beheimateten Baum sprechen seine relativ große Hitze- und Trockenheitstoleranz sowie die Stabilität bei Stürmen, seine hohen Wuchsleistungen und sein wertvolles Holz. Im Vergleich zu Fichte oder Tanne wächst die Douglasie auf geeigneten Standorten teilweise doppelt so schnell. Aber es gibt auch Risiken: Je nach Unterart ist sie gegenüber Schädlingen und Pilzen stärker anfällig. Vor dem Anbau ist deshalb neben dem Standort auch die genetische Herkunft der Pflanzen zu beachten.

Insgesamt hält der Minister eine maßvolle Erhöhung des Anteils von derzeit 0,6 Prozent an der Gesamtwaldfläche für vertretbar. In Bayern wird vorwiegend die Grüne Küstendouglasie angebaut. Sie ist deutlich resistenter gegen Pilzbefall als die Graue Douglasie aus dem Inneren Nordwestamerikas. Mittlerweile steht die Douglasie auf rund 14 000 Hektar, primär auf den basen- und nährstoffarmen Böden Unterfrankens und der Oberpfalz. Der Fichtenanteil in Bayerns Wäldern liegt bei derzeit 44 Prozent.